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Enseigner le français dans un monde virtuel

par 09-11-2020Education numérique, Entretiens, Expériences pratiques, Lectures, Recherche0 commentaires

Rachel Koller, dans son mémoire de Master pour le diplôme pour l’enseignement au niveau secondaire I, a testé l’utilisation de la technologie de la réalité virtuelle en classe de langue. Son étude traite des possibles contributions d’une telle technologie pour l’enseignement-apprentissage du français langue étrangère.


Egal, ob in der Schule oder zu Hause, neue Technologien erlauben es bereits, Interaktionen in einer Fremdsprache alleine – d.h. ohne menschliche/n PartnerIn – zu üben. In ihrer Masterarbeit zur Erlangung des Lehrdiploms auf der Sekundarstufe I an der PHBern entwickelte und setzte Rachel Koller eine kurze Unterrichtssequenz um, in welcher Lernende der 7. und 8. Klasse auf der Sekundarstufe I (ca. 12-14 Jahre alt) VR-Brillen verwendeten um eine kommunikative Aufgabe zu lösen. Um Alltagsgespräche zu simulieren, tauchten die Lernenden während einigen Lektionen in eine virtuelle Welt ein, wo sie Gespräche mit virtuellen Gestalten (sogenannten Avataren) führten und verschiedene Rollen einnahmen. Dabei handelte es sich um typische Gespräche, die sich in einem Taxi abspielen können, wobei die Lernenden zwischen der Rolle der TaxifahrerIn oder des Fahrgastes auswählen durften. Die verwendete App bietet aber auch weitere Alltagssituationen an. Die Rückmeldungen der Lernenden und  sowie ein ausgefüllter qualitativer Fragebogen, lieferten Hinweise wie die Lernenden mit dieser Technologie umgingen und inwiefern dieses innovative Tool ihre Motivation beim Französischlernen beeinflusste. Die Redaktion des CeDiLE liefert Einblicke in das Projekt von Rachel und ihre Erfahrung mit der Implementierung von virtuellen Realitätsbrillen im folgenden Interview.

,,Wir hatten aber schon den potenziellen Nutzen von VR-Brillen für authentischere kommunikative Lernsituationen gewittert.”

CeDiLE: Der Umgang mit neuen Technologien ist sehr aktuell und spannend allgemein im Bildungsbereich. Wie bist du auf die Idee von VR-Brillen (und nicht von weiteren Technologien) gekommen?

R. K. : Mein Betreuer an der PHBern, Carlos Pestana, hatte mich in einer Diskussion auf diese Idee angesprochen. Solche Technologien werden heutzutage vor allem für Videogames entwickelt. Wir hatten aber schon den potenziellen Nutzen von VR-Brillen für authentischere kommunikative Lernsituationen gewittert. Eines Tages beschlossen wir das Fusion Arena Virtual Reality Center in Zürich zu besuchen, um VR-Brillen auszuprobieren. Diese Erfahrung hat mich überzeugt. Dabei hat man mich auch auf eine speziell für das Fremdsprachenlernen entwickelte App (Mondly) hingewiesen. Diese ermöglicht das Üben alltäglicher Situationen beim Fremdsprachenlernen und ist mit VR-Brillen kompatibel.

Wie haben deine Lernenden reagiert, als sie erfahren haben, dass sie mit VR-Brillen arbeiten würden?

Zunächst einmal haben sie gestaunt. Sie waren aber gleichzeitig skeptisch, ob man mit dieser Technologie im Unterricht auch lernen könnte. Andererseits haben sie sich darauf gefreut und waren gespannt, da einige Lernende virtuelle Realitätsbrillen bereits beim Gamen ausprobiert hatten.

Es war nicht leicht, sich die Materialien (VR-Brillen und das entsprechende Software) zu besorgen und zu installieren. Konntest du die Unterrichtssequenz völlig umsetzen? Gab es irgendwelche technischen Probleme?

Zum Glück konnten mir einige Brillen ausgeliehen und die entsprechende App auf jedem Gerät installiert werden. So konnte die Unterrichtssequenz problemlos durchgeführt werden. Technisch hat alles gut funktioniert und die Verwendung der Materialien fiel den Lernenden sehr leicht. Mit diesen Tools konnten sie alltägliche Gespräche als Fahrgast im Taxi einüben und haben zum Beispiel dem Taxifahrer Richtungsangaben gegeben, nach dem Preis gefragt, usw.
Für mich als Lehrperson war die Organisation des Unterrichts etwas stressig, da mir die Brillen nur kurzzeitig zu Verfügung standen und ich dafür sorgen musste, dass die Brillen und die App perfekt miteinander funktionierten. Das hat sich aber schliesslich gelohnt, finde ich!

,,Durch kommunikative Situationen im virtuellen Raum könnten sie das Urteil ihrer MitschülerInnen vergessen und sich mehr trauen, sich in der Fremdsprache zu äussern.”

Deine Studie zeigt, dass die Resultate bezüglich der Motivation der Lernenden positiv waren, obwohl die schwächeren Lernenden in deiner Studie immer noch gehemmter zu sprechen waren, als die Stärkeren. Denkst du, dass das Lernen im virtuellen Raum auch die kommunikativen Kompetenzen der Lernenden fördern könnte?

Selbstverständlich war meine Unterrichtssequenz kurz und daher kann nicht von repräsentativen Ergebnissen die Rede sein. Auch ging ich der Frage der Entwicklung der Kompetenzen mit dieser neuen Technologie in meiner Studie nicht nach. Auf der Basis der Rückmeldungen der Lernenden über ihre Motivation im Unterricht mit VR-Brillen kann ich mir aber vorstellen, dass ein kurzer, regelmässiger Gebrauch von VR-Brillen die Hemmungen schwächerer Lernende weiter abbauen könnte. Indem sie die Brille tragen und für eine kurze Zeit von der Aussenwelt abgeschnitten sind, könnten sie dem Blick der anderen SchülerInnen ausweichen oder zumindest ihn ignorieren und an Selbstbewusstsein gewinnen, indem sie die Brille tragen und für eine kurze Zeit von der Aussenwelt abgeschnitten sind. Aufgrund ihrer erhöhten Motivation ist es auch möglich, dass sich diese Technologie auf die Dauer ebenso auf ihre mündlichen Kompetenzen positiv auswirken könnte. Durch kommunikative Situationen im virtuellen Raum könnten sie das Urteil ihrer MitschülerInnen vergessen und sich mehr trauen, sich in der Fremdsprache zu äussern.

Die Lernenden haben relevante fehlende sowie positive Aspekte des Umgangs mit Realitätsbrillen genannt. Warst du von ihren Antworten erstaunt? Was ist nach den Lernenden das Positivste und Negativste an der Arbeit mit dieser Technologie?

Allgemein haben mich ihre Feedbacks positiv überrascht. So war ihre Hauptkritik an der Unterrichtssequenz, dass die App zu ihnen nicht streng genug sei. Sie hätten mehr Feedbacks von der virtuellen Lehrperson erwartet, nämlich wie: ,,Streng dich an!’’ oder ,,Weiter üben!’’. Besonders positiv fanden sie die Erfahrung des Eintauchens in eine virtuelle Welt mit der Brille und die Möglichkeit, in verschiedenen Szenarien (z.B. als TaxifahrerIn oder Fahrgast) üben zu können. Manche SchülerInnen konnten auch weitere Szenen spielen. Zum Beispiel verkörperten einige Lernende einen Gast an einer Hotelrezeption oder konnten als Gast mit dem Hotelpersonal in einem Hotelzimmer kommunizieren. Andere lernten einen Fahrgast in einem Zug kennen und einige SchülerInnen konnten Essen und Trinken in einem Restaurant bestellen.

Einerseits sind Technologien und ihr Nutzpotenzial im Unterricht sehr gelobt; andererseits wird immer mehr vor möglichen langfristigen Schäden von zu hoher Bildschirmzeit bei Kindern gewarnt. Welche Schlüsse ziehst du als Lehrerin? Wie stehst du zu dieser Debatte?

Natürlich verstehe ich die Kritik an solchen Technologien. Es ist aber nie in Frage gekommen, die Lernenden ausschliesslich in einem virtuellen Umfeld zu unterrichten. Meiner Ansicht nach eignet sich die Anwendung von VR-Brillen im Unterricht nur in kurzen Abständen und soll als alternatives und innovatives Trainingstool betrachtet werden. Dabei geht es keinesfalls darum, die Rolle der Lehrperson und deren Stellenwert in der Klasse zu ersetzen. Idealerweise würde ich gern das Thema vertiefen und den Einsatz von VR-Brillen weiter in meinem Unterricht erkunden.

Photo by Uriel Soberanes on Unsplash

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